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Mehr Schulraum für Golßener Kinder?

27.07.2020

Die Grundschule in Golßen ist an der Kapazitätsgrenze. Gegen die Raumnot könnte eine Erweiterung der Einrichtung Abhilfe schaffen. Doch die Ideen sind erst ganz am Anfang.
Die Grundschule Golßen hat die Kapazitätsgrenze erreicht. Eine Erweiterung der Einrichtung könnte Abhilfe schaffen.
Zu wenig Räume, kaum Möglichkeiten der Lehrmittellagerung, keine Aula – die Grundschule in Golßen stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Zwar hat die Stadt Golßen in den vergangenen Jahren immer wieder in die Einrichtung und die Sanierung verschiedener Räume investiert. Doch an der Raumnot hat sich bis heute nicht wirklich viel geändert. Die Stadt will nun aber das Problem angehen. Im Gespräch ist eine Erweiterung der Einrichtung. Der Bauausschuss hat sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Eine konkrete Planung, wie die Erweiterung aussehen könnte, gibt es noch nicht. Im Gegenteil. Verschiedene Varianten und deren Machbarkeit müssen dafür erst einmal diskutiert werden. Damit die Amtsverwaltung entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten kann, muss auch die Stadtverordnetenversammlung einer Grundsatzentscheidung zustimmen.

Förderbedarf der Schüler steigt

Die Verwaltung schlägt der Stadt eine bauliche Erweiterung der Grundschule vor. Denn die Schülerzahlen haben sich in den vergangenen Jahren an der zweizügigen Grundschule stabilisiert. Aufgrund der sich in der Realisierung befindlichen Baufelder ist davon auszugehen, dass die Stadt in den kommenden Jahren weitere Zuzüge verzeichnet. Das wird sich auch auf die Schülerzahlen auswirken. Hinzu kommt, dass der spezialisierte Unterricht weiter zunimmt. Eine Tendenz, die sich schon jetzt abzeichnet. Von rund 260 Schülern werden mehr als 50 Kinder in einer Sonderbeschulung unterrichtet. Doch es fehlt an Platz für die Arbeit mit förderbedürftigen Kindern. Flexible Lösungen sind dafür notwendig.
Aufstockung oder neuer Anbau?

Dazu soll mitunter auch an vorhandene Konzepte aus den Jahren 2017 und 2016 angeknüpft werden. Damals haben sich die Golßener schon einmal mit möglichen Erweiterungen beschäftigt. Vorstellbar wäre demnach, den vorhandenen DDR-Anbau um eine Etage aufzustocken. Eine entsprechende Umsetzung ist für die Schule jedoch nur mit sehr viel Aufwand zu realisieren. Denn während der Bauphase könnten die Räume im Erdgeschoss nicht genutzt werden. Hinzu kommt, dass durch die Aufstockung nicht mehr Klassenräume geschaffen würden. Lediglich eine Aula – die eine angestrebte Schulentwicklung mit musisch-sportlichem Profil ermöglicht – würde geschaffen. „Wir denken deshalb auch über einen flexibel erweiterbaren Anbau nach Süden parallel zum Sportplatz nach“, nennt Steffen Glombitza (GfG), Vorsitzender des Bauausschusses, eine weitere Alternative.

Vorteil: Die Stadt könnte mit einem zusätzlichen Anbau dem Bedarf besser gerecht werden. Die räumliche Situation sowohl für den Unterricht, als auch zu dessen Vorbereitung könnte verbessert und eine Aula ebenso darin integriert werden. Gleichzeitig kann ein Anbau separat errichtet werden. Das stört den Schulbetrieb nicht. „Wir sollten die verschiedenen Varianten erst zu Ende denken“, sagt Ronny Broddack (UBL). Für die angedachte Erweiterung müssten zunächst die Grundstücksverhältnisse geklärt werden. Das angrenzende Grundstück gehört nicht mehr der Stadt, sondern nach Aussagen der Bauausschuss-Mitglieder handelt es sich dabei um Ackerflächen der Kirche.

„Unter Umständen sind auch Erbbaurechtsverträge mit der Kirche möglich“, sagt Bauamtsleiterin Michaela Schudek und verweist auf andere Bauvorhaben im Amt. Sie plädiert dafür, verschiedene Ideen zu bewerten und so die passende Lösung zu finden. „Sie müssen sich bewusst machen, was Sie in den nächsten zehn Jahren machen wollen.“

Aus ihrer Sicht sei ein Neubau preiswerter, als die Aufstockung des vorhandenen DDR-Anbaus. Noch dazu könne aus statischer Sicht dort lediglich eine Etage aufgebaut werden. Auch an der Grundschule in Schönwalde plant man wegen der einfacheren Realisierung einen separaten Anbau. Durch die zusätzlichen Kapazitäten soll dort die Zweizügigkeit in allen Klassenstufen realisiert werden. Der Bauantrag ist bereits bewilligt. Im Moment wartet die Gemeinde auf den Fördermittelbescheid.

Davon sind die Golßener noch weit entfernt. „Die Schule ist ein wichtiges Projekt in der Stadt. Es muss gehandelt werden“, sagt Gerd Pietzrok (GfG). Frühere Varianten konnten aus finanziellen Gründen bislang nicht weiter verfolgt werden. Deshalb regt er an, die bereits eingestellten Mittel für die Schlosssanierung, die aufgrund einer Fördermittel-Absage voraussichtlich nicht genutzt werden können, umzuwidmen.
Barrierefreiheit hat Priorität

Mit der möglichen Schul-Erweiterung befasst sich auch die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Montag, 27. Juli. Der Grundsatzbeschluss soll als Anstoß dienen, sich konkrete Gedanken über die Realisierung zu machen. Parallel dazu wird die Schaffung der Barrierefreiheit weiter angegangen. Dazu soll ein Aufzug errichtet werden. Der Haupteingang wird neu gestaltet und überdacht. Im Mitteltrakt soll zudem eine behindertengerechte Toilette sowie ein neuer Sanitätsraum untergebracht werden. „Damit wird bereits ein großer Schritt für die Schule gemacht“, sagt Michaela Schudek. Zusammen mit dem geplanten Theatron – ein überdachter Wartebereich für die Schüler – können dann bereits die ersten Problemstellen beseitigt werden. Für beide Vorhaben gibt es Unterstützung durch den Kreisstrukturfonds.
Text: Anja Brautschek (Lausitzer Rundschau)

 

 

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